Der Lieper Winkel auf der Insel Usedom

Der Lieper Winkel auf der Insel Usedom


Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ostvorpommern
Amt: Usedom-Süd
Höhe: 2 m ü. NN
Fläche: 30,72 km2;
Einwohner: 654 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner je km2;
Postleitzahl: 17406
Vorwahl: 038372
Kfz-Kennzeichen: OVP
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Markt 1 17406 Usedom
Die nächste Autobahn ca. 50 km entfernt
Der nächste Bahnhof (Anklam) ca. 40 km entfernt
Der nächste Flughafen (Heringsdorf) ca. 25 km entfernt


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Geschichte über den Lieper Winkel

Die HalbinselLieper Winkel wurde schon frühzeitig besiedelt. Vor der Christianisierung Usedoms durch Otto von Bamberg ab 1128 waren, wie die in den frühesten Urkunden dokumentierten Ortsnamen noch bezeugen, auf der gesamten Insel Slawen ansässig. Von ihnen wird angenommen, dass sie zum Stamm der Liutizen gehörten. Im Jahr 1187 wurde der Lieper Winkel erstmals urkundlich erwähnt. Anastasia, die Witwe des Pommernherzogs Bogislaw I. schenkte darin das Gebiet mit seinen Dörfchen (lat. villulae) dem bei der Stadt Usedom gelegenen Prämonstratenser-Kloster Grobe.

Es sollte noch mehr als ein Jahrhundert dauern, bis diese Schenkung auf der gesamten Halbinsel umgesetzt war. Noch 1275 war von undurchdringlichen Wäldern die Rede, die die Mönche zur Erschließung roden lassen mussten. Die erste Kirche wurde 1216 in Liepe vermerkt. Alle übrigen Dörfer der heutigen Gemeinde Rankwitz wurden erst in späteren Jahren erwähnt, teilweise erst nach 1309, als das Kloster bereits nach Pudagla umgezogen war.

Für die etwas südlich der Halbinsel gelegenen Orte Krienke und Suckow, die zum Kloster Kammin (Kamień Pomorski) auf dem Festland gehört hatten, bedurfte es 1270 eines vom Pommern-Herzog Barnim I. initiierten Tauschaktes, um sie an das Kloster Grobe anzubinden.

Nach 1534 wurde die Reformation in Pommern eingeführt, das Kloster Pudagla wie alle anderen Klöster der Insel wurden aufgehoben und in herzogliche Ämter umgewandelt. Unter Philipp I. von Pommern-Wolgast fand 1541 die erste Zählung der Haushaltsvorstände in den Dörfern des Lieper Winkels statt. 51 Bauern und Kötter wurden genannt, wobei zu einem Haushalt durchschnittlich 6 bis 10 Personen gehörten. Dabei war Grüssow mit 14 Namen die größte Dorfgemeinschaft, die heute eine der drei kleinsten ist.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Lieper Winkel mehrfach geplündert und außerdem noch von der Pest heimgesucht. Nach Ende des Krieges stellte eine vorläufige Bestandsaufnahme 1666 einen Bevölkerungsrückgang auf 33 Familien fest; die systematische, durch die schwedische Obrigkeit vorgenommene Landesaufnahme von 1693 dokumentierte mit 57 registrierten Familien in etwa wieder den Vorkriegszustand.


Der Lieper Winkel auf Usedom

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Bilder aus dem Lieper Winkel auf der Insel Usedom

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Geschichte zum Lieper Winkel

Nach dem Zweiten Nordischen Krieg (Großer Nordischer Krieg) 1720 fiel der Lieper Winkel wie ganz Usedom an Preußen. Die preußischen Steuerbehörden führten alle 6 Jahre umfassende Volkszählungen für die einzelnen Dörfer durch. Dabei wurden gegenüber den schwedischen Unterlagen die Namen korrigiert und auch die unteren Bevölkerungsschichten (Gesinde) mit erfasst. Eine lokale Forschungsgruppe ist in Zusammenarbeit mit einem Heimatverein noch damit beschäftigt, diese Akten auszuwerten, und hat erste Ergebnisse schon publiziert. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde eine Spitze mit ca. 1200 Einwohnern erreicht. Aus dem Vergleich diverser Daten ist geschlossen worden, dass in den Dörfern wenige Familien mit vielen Kindern lebten, von denen aber ein Großteil jung gestorben ist.

Die beiden Weltkriege und Emigration in urbane Zonen haben seither zu einem Rückgang der Bevölkerung um fast 50 % geführt. Die heutige Gemeinde Rankwitz zählt noch 656 Personen per 30. Juni 2005.

Bis in die Mitte des 19. Jahrhundert hinein war der Lieper Winkel das einzige einheitliche Gebiet für Trachten auf der Insel Usedom. Die mittelalterlichen Traditionen haben sich hier lange gehalten. Im Städtischen Museum Kaffeemühle von Wolgast ist noch eine komplette Frauentracht zu besichtigen, die 1948 auf einem Dachboden in Warthe gefunden wurde.

Auch wenn sich nach 1990 ein moderater Tourismus auf der Halbinsel entwickelt hat, ist ihr Charakter insgesamt noch rural und naturverbunden, und das Gebiet wird von Gästen aufgesucht, die diesen Charakter suchen.


Orte im Lieper Winkel auf Usedom

Grüssow Grüssow ist eine nur aus wenigen Häusern bestehende Ansiedlung im Nordosten des Lieper Winkels am Achterwasser, die nur über einen Betonplattenweg von Liepe aus erreicht werden kann.



Krienke Der Ort wurde unter der slawischen Bezeichnung Crinisitz 1270 erstmals urkundlich erwähnt. In ein...



Liepe Liepe ist derjenige Ortsteil der Gemeinde Rankwitz, der dem Lieper Winkel seinen Namen gab. Er findet die erste urkundliche Erwähnung dieser Region, liegt im Binnenland der Halbinsel und verfügt ...



Quilitz Quilitz ist ein Ortsteil der Gemeinde Rankwitz im Lieper Winkel auf der Insel Usedom. Das einstige Fischerdorf, das heute von moderatem Tourismus lebt, liegt am Peenestrom.



Rankwitz Das Gemeindegebiet von Rankwitz umfasst die gesamte Halbinsel Lieper Winkel zwischen Achterwasser und Peenestrom sowie einen Streifen südlich der Halbinsel, der sich bis zum Usedomer Stadtforst im Südwesten der Insel Usedom hinzieht. Dies bedeutet, dass der Ortsteil Krienke im geografischen Grenzbereich des Lieper Winkels belegen und Suckow, ca. 3 km südlich liegend, diesem nicht mehr zuzuordnen ist. Die Kleinstadt Usedom liegt etwa 15 km von Rankwitz entfernt.



Reestow Reestow ist ein aus wenigen, teilweise von Hecken geschützten Häusern bestehender Weiler im Binnenland der Halbinsel Lieper Winkel.



Suckow



Warthe In Warthe endet die einzige durch den Lieper Winkel verlaufende, teilweise als Allee gestaltete Hauptverkehrsstraße, die in den Jahren 1896-1898 gebaut wurde. Im Jahre 1903 wurde die erste freiw...




Geographisch gesehen, liegt Krienke an der Südgrenze des Lieper Winkels und ist Suckow, noch 3 km weiter südlich gelegen, nicht mehr zu dieser Halbinsel zu rechnen.


Tourismus

Der gesamte Lieper Winkel ist in den organisierten Tourismus, der die Badeorte Usedoms prägt, auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch nicht eingebunden. Die Region setzt auf individuelle interessierte Besucher, die Ruhe suchen und die Halbinsel mit dem Fahrrad, zu Fuß oder per Boot erkunden. Einige Dörfer zeichnen sich durch nach der Wende renovierte, reetgedeckte Häuser mit farbigen Fassaden und üppigen Blumengärten aus. Selbst die Wartehäuschen an den Bushaltestellen sind in Fachwerk gebaut und mit Reetdach versehen. Kleine Läden und Cafés werden von Tagesausflüglern gerne besucht. Vereinzelt sind Ferienwohnungen verfügbar.

Im übrigen hat jedes Dorf auf dem Lieper Winkel seine eigene Historie und seinen eigenen Charakter. Alle diese Dörfer gehören zur Gemeinde Rankwitz; außer dem Kernort mit Hafen geht es um folgende Ortsteile:



Tipps im Lieper Winkel auf Usedom

Der Lieper Winkel auf der Insel Usedom Auch wenn sich nach 1990 ein moderater Tourismus auf der Halbinsel entwickelt hat, ist ihr Charakter insgesamt noch rural und naturverbunden, und das Gebiet wird von Gästen aufgesucht, die diesen Charakter suchen.



Veranstaltungen im Lieper Winkel und auf der Insel

 

Der Jungfernberg st mit 18 m der höchste "Berg" des Lieper Winkels. Einer pommerschen Volkssage zufolge sollen unter ihm 4 Jungfrauen begraben liegen, die für ihre sonntägliche Tanzlust statt Kirchgang von Gott bestraft wurden. Heute befinden sich hier einige Ferienhäuser; der Hügel ist ein beliebter Aussichtspunkt über den Peenestrom.



Die Kirche St. Johannes Die Kirche St. Johannes ist der älteste urkundlich genannte Kirchenbau auf der Insel Usedom. 1216 wurde er erstmals erwähnt. Es handelt sich um einen schlichten romanischen Feld- und Backsteinbau a...



700 Jahre alte Sockeleiche Zwischen Suckow und Krienke befindet sich eine mindestens 700 Jahre alte Sockeleiche auf einem Hügelgrab aus der Bronzezeit.



Hubbrücke in Karnin Die Hubbrücke Karnin ist ein Teil der ehemaligen Eisenbahnlinie von Ducherow nach Swinemünde, die 1868 gebaut wurde. Das Bauwerk hatte die Aufgabe, den zu seiner Bauzeit noch zahlreichen Segelsch...




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